21.09.2026
„Auf die Plätze, fertig, entdecken"
Manchmal braucht es einfach mehr Platz – für neue Ideen, für Begegnungen, für das, was schon lange gut läuft und noch besser werden soll. Diesen Platz haben wir uns nun geschaffen: Mit dem neuen Erweiterungsbau am Schillingsweg stehen dem Droste-Haus ab sofort zusätzliche Räume für seine Arbeit zur Verfügung. An einem zweitägigen Eröffnungswochenende wurde das gebührend gefeiert. Gemeinsam mit Teilnehmer*innen, Familien, Kooperationspartnern aus dem In- und Ausland, Förderern und Gästen aus Politik, der Stadt Verl sowie dem Kreis Gütersloh.
Den Auftakt machte am Freitag ein Nachmittag für Kursteilnehmende, Familien und Interessierte. Unter dem Motto „Auf die Plätze, fertig, entdecken" füllten sich die neuen Räume schon vor der offiziellen Eröffnung mit Leben. Ein Jongleur sorgte für Staunen, während die Jugendleiterinnen und Jugendleiter mit den Kindern eine Schleife bastelten, die am Samstag feierlich durchschnitten werden sollte. In den neuen Musikräumen testeten Musiklehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern gleich die Akustik, die beiden großen Kursräume bewährten sich beim ersten Ausprobieren und für die Jüngsten gab es eine eigene Bewegungsecke. Dabei zeigten sich die beiden großen neuen Kursräume schon beim ersten Ausprobieren als echter Gewinn. Wer eine kleine Stärkung brauchte, fand sie bei frisch gebackenen Waffeln der Droste-Haus Stiftung und bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen der Droste-Haus Mensa. Im Erdgeschoss gab es außerdem einem ersten Blick ins neue Büro „Brüssel" des Teams Internationales.
Am Samstag folgte dann der offizielle Teil: Die Leiterin des Droste-Hauses, Olga Bünemann, begrüßte die Gäste, bevor auch der Bürgermeister der Stadt Verl, Robin Rieksneuwöhner, ein Grußwort und seine Glückwünsche an sie richtete. Rieksneuwöhner würdigte das Droste-Haus als einen der meistbesuchten Orte der Stadt: „Es kommen Menschen jeden Alters zusammen. Menschen, die früher vielleicht als Kind im Droste-Haus waren, bringen nun die eigenen Kinder zu den Angeboten ins Droste-Haus mit. Das zeigt die Verbundenheit der Menschen in Verl und darüber hinaus mit dem Droste-Haus.“ Er lobte die Vielfalt der Angebote und hob die Anpassungsfähigkeit des Droste-Hauses an neue Bedarfe hervor, für die der Erweiterungsbau nun mehr Platz schafft. Deshalb habe die Stadt das Projekt sehr gerne unterstützt, so der Bürgermeister, der seinen Dank auch an die politischen Gremien der Stadt Verl richtete. Olga Bünemann blickte in ihrer Rede auf die rund 20-monatige Bauzeit von Januar 2025 bis September 2026 zurück und griff dafür das Bild eines Baumes auf: „Ein Haus kann in 20 Monaten gebaut werden. Ein Baum braucht dafür viel länger. Er wächst langsam, er braucht Zeit, gute Bedingungen – und vor allem Wurzeln“, so Bünemann. „Auch eine Bildungseinrichtung braucht solche Wurzeln, und das Droste-Haus hat sie: Sie reichen weit zurück – in die Geschichte unseres Vereins, in die Idee der Völkerverständigung, in die Familienbildung, in die Kinder- und Jugendarbeit, in internationale Begegnungen und in das Ehrenamt. Nun bekommt dieser Baum neue Äste und neue Räume, damit weitere Generationen darin wachsen können.“ Der Großteil der Baukosten wurde dank der Droste-Haus Stiftung durch Spenden finanziert und auch die Stadt Verl hatte sich finanziell mit einer Förderung beteiligt. Für die Einrichtung erhält das Droste-Haus in diesem Jahr eine zusätzliche Förderung über den Kinder- und Jugendförderplan vom Land. In kleinen Führungen mit unterschiedlichem inhaltlichem Fokus gab es Einblicke in die künftige Nutzung: Vertreter*innen der Internationalen Jugendbegegnungen, des Kursbetriebs und des Vereinsvorstands zeigten, was die neuen Räume für ihre Arbeit möglich machen. Auch der Architekt Friedrich-Wilhelm Schröder aus Gütersloh führte durch das Haus und erzählte von Planung und Bauprozess, der im vorgesehenen Zeit- und Budgetrahmen blieb.
Für das Droste-Haus war der Erweiterungsbau nie Selbstzweck, sondern immer Mittel zum Zweck: mehr Raum für das, was die Einrichtung ausmacht: Bildungsangebote sollen künftig noch stärker direkt vor Ort stattfinden können, internationale Jugendbegegnungen sich weiterentwickeln, Ferienbetreuungen und Workshops für Kinder und Jugendliche wachsen. Auch die Mitarbeiter*innen profitieren von zeitgemäßen Büro- und Besprechungsräumen. „Damit Kinder neugierig werden, Jugendliche sich ausprobieren können und Eltern Unterstützung und neue Impulse finden“, beschreibt Bünemann den Anspruch an die neuen Räume. „Das ist Zukunft. Und das ist Bildung.“ Seit seiner Gründung im Jahr 1959 steht das Jugendaustauschwerk im Kreis Gütersloh e.V. für Bildung, Begegnung und internationalen Austausch. Der Erweiterungsbau ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg.
Nun heißt es: Gespannt sein auf das, was daraus entsteht!