Jugendliche in Australien

25.11.2015

Jugendliche in Australien

Deutsche Jugendliche des Gymnasiums Verl besuchen Australien.

Nach einem tränenreichen Abschied von ihren neugewonnenen australischen Freunden und deutlich über vierundzwanzig Stunden Reise wurden die zwanzig Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Verl am Mittwochmorgen herzlich von ihren Familien am Droste-Haus in Empfang genommen.

Knapp vier Wochen verbrachten die Jugendlichen mit ihren drei Begleitern des Droste-Hauses und des Gymnasiums Verl mit ihren Gastfamilien des Donvale Christian Colleges in Melbourne. Die Metropole Melbourne wurde vor allem in der ersten Woche ausgiebig erkundet. Besonders aktuellen Bezug zur derzeitigen Flüchtlingssituation hatte hierbei der Besuch des Immigration Museums, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler mit der australischen Sichtweise auf die Einwanderung eingehend beschäftigten. Dass das Thema die Jugendlichen sehr interessierte, zeigte sich bei einem Besuch des Rathauses des Stadtteils Manningham. Auf die konkrete Frage einer Schülerin, wieso Australien keine größere Anzahl an Flüchtlingen aufnehme, antwortete der Bürgermeister gleich zweifach und sehr ausführlich. Nachdem er die Position der Regierung dargelegt hatte, nahm er auch noch sehr persönlich zu dem Thema Stellung. Neben der aktuellen Politik, wurde auch die Geschichte des Landes thematisiert. Sowohl in der National Gallery of Victoria, die unter anderem eine Ausstellung zur Kunst der Ureinwohner zeigt, als auch bei einer ausgiebigen Wanderung in der Natur bekamen die Schülerinnen und Schüler tiefe Einblicke in das Leben der ersten Einwohner Australiens. Denn geführt wurde die Wanderung von einem kompetenten Kenner der Kultur der Aborigines, dessen Großvater von Aborigines aufgezogen wurde und der sich als sehr unterhaltsamer Führer erwies.

Ein besonderes Highlight für viele der jungen Leute war der Besuch des MCG, eines der größten Football-Stadien Australiens, das etwas über 100.000 Zuschauer fasst. Eine Führung, auf der unter anderem die Regeln des australischen Nationalsports erklärt wurden, führte von den Tribünen über die VIP-Lounge und die Spielerkabinen durch die Presseräume und endete bei den Trainingsstätten, in denen eine Jugendcricketmannschaft gerade trainierte. Nach der offiziellen Führung durch das riesige Gebäude stand ein Besuch des Aktivmuseums in den Kellerräumen auf dem Programm. Hier konnten sich alle Interessierten neben den typisch australischen Sportarten wie Football oder Cricket auch in einer Vielzahl anderer Ball- und Geschicklichkeitsspiele versuchen. Die meiste Zeit verbrachten die Verler aber auch in Australien mit dem Besuch der Schule und dem Zusammenleben in den Gastfamilien. Drei Tage lang ließen sie beides jedoch hinter sich, als die Gruppe unterstützt von drei australischen Lehrern eine Rundreise entlang der eindrucksvollen Great Ocean Road unternahm und die wilden Küsten am südlichen Ozean bewunderte. Auch das Wetter spielte mit, sodass hier alle Deutschen die Gunst der Stunde für ein Bad in den Wellen nutzten – die Australier blieben am Strand, ihnen war das Frühjahr dafür noch zu kalt.

Eine Unternehmung, bei der auch alle einheimischen Partnerschüler mit dabei waren, führte zum Schwerkolt Cottage, dem Hof eines frühen Einwanderers aus Deutschland. Hier arbeiteten die Schülerinnen und Schüler zuerst gemeinsam an einem deutsch-englischen Quiz, dann wurde der Tag mit einem typischen Barbecue beendet. Beeindruckt waren die Gastgeber auch von Sprachkenntnissen der Verler Schüler und Schülerinnen. In Deutschland vorbereitete Referate in englischer Sprache sowie spontane Auftritte in den Klassen oder mehrmals sogar vor großem Publikum gefielen den Gastgebern. Aber auch das am Abschlussabend vorgetragene Lied „An Tagen wie diesen“ mit umgedichtetem Text motivierte die Gastgeber, weiter Deutsch zu lernen. Allen in allem waren es dreieinhalb Wochen voll mit intensiven Begegnungen mit den Schülern, den Lehrern dort und den Gastfamilien. Die vielen neuen Einblicke in die Sicht der Menschen im anderen Teil der Welt regen an, eigene Standpunkte zu überdenken und sich eine eigene Meinung zu bilden. Es wurden Freundschaften geschlossen, die noch lange bestehen bleiben und es bleibt die Vorfreude auf den Gegenbesuch in Verl in den Osterferien des nächsten Jahres.