Europäischer Freiwilligendienst (EFD)

Sara aus Spanien bei unserem Familienfest in Aktion
Dieses Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert.

Mit dem Europäischen Freiwilligendienst können sich junge Leute, zwischen 18 und 30 Jahren, als Freiwillige für eine Dauer von sechs bis zwölf Monaten in einem gemeinnützigen Projekt im Ausland engagieren. 

Geboten wird die Möglichkeit, ein anderes Land, eine andere Kultur und eine andere Sprache intensiv kennen zu lernen. Nicht als Arbeitnehmer/in oder Zivildienstleistende/r, nicht als professionelle/r Erzieher/in oder Betreuer/in, sondern als Freiwillige/r auf Taschengeldbasis und auf begrenzte Zeit.

Entsendeorganisation Droste-Haus

Seit 1997 ist das Jugendaustauschwerk im Kreis Gütersloh e.V. (Droste-Haus) anerkannte Entsende- und Aufnahmeorganisation des Europäischen Freiwilligendienstes und entsendet Freiwillige aus dem Kreis Gütersloh und Nachbargemeinden nach ganz Europa. 

Seit 2012 finden auch die Ausreiseseminare, die die Freiwilligen und die Bewerber auf ihren Freiwilligendienst in einem anderen europäischen Land vorbereiten, im Droste-Haus statt. Im Droste-Haus finden auch regelmäßig Beratungsgespräche und Seminare zum Thema „Auslandsaufenthalte“ statt. 

Bewerbung

Als Entsendeorganisation im Kreis Gütersloh e.V. entsenden wir ausschließlich Freiwillige aus dem Kreis Gütersloh und den Nachbargemeinden. Wer nicht hier wohnt, kann auf dem European Youth Portal regional tätige Entsendeorganisationen finden.

Zu einer Bewerbung im Droste-Haus als Entsendeorganisation gehören Lebenslauf, Motivationsschreiben und alle relevanten Zeugnisse und Referenzen. Es ist immer anzugeben, in welchem Zeitraum das Projekt beginnen und wie lange es dauern soll.

Bewerbungen werden gerne per E-Mail angenommen und können an unsere allgemeine E-Mailadresse geschickt werden. Postalische Bewerbungen werden nur zurückgesandt, sofern ein vorfrankierter Briefumschlag beiliegt. 

Nach Eingang der Bewerbung finden Bewerbungsgespräche im Droste-Haus statt.

Beteiligte Partner

Der Europäische Freiwilligendienst ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Entsendeorganisation, der Aufnahmeorganisation und der/m Freiwilligen. Um jeder/m Freiwilligen einen Einsatzplatz in Projekten und Ländern nach eigenem Interesse zu ermöglichen, bewerben sich Kandidaten nach einer Zusage durch das Droste-Haus als Entsendeorganisation selbstständig bei möglichen Aufnahmeprojekten. Zur Unterstützung im Bewerbungsprozess stehen wir gern zur Verfügung.

Weiterführende Informationen

Ansprechpartnerin

Europäischer Freiwilligendienst

Miriam  Kettelhoit

Internationale Begegnungen

Schillingsweg 11
33415 Verl
05246 2973
E-Mail senden

EFD Nationalagentur
Erasmus+
 

Freiwillige 2019/2020

Manuela

Manuela Gutiérrez Puerta ist 23 Jahre alt und kommt gebürtig aus Kolumbien, lebt aber schon länger in Spanien und absolviert ihren Freiwilligendienst bei uns im Droste-Haus und an der OGS in Sürenheide. Sie wird hier regelmäßig über ihren Dienst schreiben. Wir begrüßen Manuela herzlich im Team und wünschen ihr eine interessante Zeit in Deutschland.

 
Meine erste Zeit
November

In meinem Leben bin ich immer viel unterwegs gewesen. Glücklicherweise habe ich die Gelegenheit gehabt viele Kulturen kennen zu lernen und mit vielen verschiedenen Leuten mitzuteilen. Dadurch ist mein Interesse an interkulturelle Arbeit geboren und kein Ort ist besser als das Droste-Haus dafür. 

Wahrscheinlich fragt ihr euch aber, wie ein Mädchen aus Spanien in Verl gelandet ist. Seit Jahren wollte ich Deutsch lernen und in Deutschland wohnen. Deswegen hatte ich mich schon entschieden nach meinem Bachelorabschluss in Deutschland umzuziehen, aber die Pläne waren anders. Ich sollte in Berlin mit meiner Familie wohnen und eine ganze normale Arbeit haben. Durch Bekannte habe ich die European Solidarity Corps und die Mundus Organisation in Spanien kennengelernt, und in dieser Organisation habe ich das Angebot für einen Freiwilligendienst im Droste-Haus gefunden. Zögerlich und neugierig habe ich mich entschieden ein neues Abenteuer im Droste-Haus zu erleben, obwohl ich nicht genau wusste, was das Droste-Haus war.

Als ich angekommen bin, habe ich verstanden, warum es schwierig ist, das Droste-Haus zu erklären. Das Droste-Haus kann man nicht erklären, sondern muss man es erleben. Am ersten Tag hat mir meine Tutorin Miriam alles über das Droste-Haus erklärt und eine schöne Geschichte über den Ursprung und die Entwicklung des Projekts erzählt. Und so hat mein Abenteuer begonnen.

Bei mir sieht eine normale Woche sehr bunt aus. Montags und mittwochs bin ich vormittags und nachmittags in der OGS Sürenheide, dienstags und freitags unterstütze ich die Betreuerinnen bei der Waldwichtelgruppe vormittags und nachmittags bin ich in der OGS, und donnerstags bin ich vormittags im Büro und nachmittags in der OGS. Jede Aufgabe ist verschiedene: die Waldwichteln sind Achtzehn Monate Kinder, manche von ihnen trennen sie sich fürs erste Mal von der Mutter. Deshalb brauchen sie von uns viele Aufmerksamkeit und Sicherheit. Andererseits sind die Kinder von der OGS zwischen Sechs und Elf Jahre alt. Mit denen muss ich spielen und Hausaufgaben machen, und darauf achten, dass sie sich an die Regeln halten. In beide Umgebungen habe ich bisher viel sowohl von den Kindern als auch über mich selbst gelernt. Ich fühle mich hier wohl und freue mich sehr über meine Entscheidung. 

10.10.2019

Der zweite Monat meines Freiwilligendienstes war eine ganz bunte Mischung von Emotionen und Erfahrungen. Ich habe weiter mit der Kinderbetreuung in der OGS St. Georg und im Droste-Haus weitergemacht und habe bemerkt, dass sie sehr schnell ein großer Teil meiner Routine geworden ist. Mittlerweile fühle ich mich sicherer, wenn ich Verantwortung tragen muss. Im letzten Monat habe ich auch an unterschiedlichen Veranstaltungen teilgenommen: dem Weltkindertag in der Marienschule, den Herbstferienspielen und Betreuung im Droste-Haus und einem Seminar in Hannover für europäische Freiwillige. 

Im Weltkindertag hatte ich die Gelegenheit, kreativ zu werden, als ich ein Plakat gemacht habe und wir für die Kinder Glitzertattoos angeboten haben. Es hat sowohl für die Kinder, als auch für mich sehr Spaß gemacht, Glizertattoos zu basteln.

In den Herbstferienspielen habe ich auch mit drei anderen Freiwilligen als Leiterin teilgenommen. Wir haben verschiedene Spiele und Aktionen für circa 30 Kinder organisiert. Ich habe es besonders schwierig gefunden, meine Meinungen und Ideen während der Organisation auf Deutsch auszudrücken, aber ich weiß, dass es Teil des Prozess ist und ich freue mich schon, dass ich es schaffe, nur auf Deutsch zu sprechen. Mein Lieblingsmoment des Ferienspiels war das Theaterstück, das die teilnehmenden Kinder im Workshop „Die Grille und die Ameise“ vorbereitet haben. 

Schließlich habe ich an einem Seminar in Hannover für europäische Freiwillige teilgenommen. Ich muss sagen, dass es meine Erwartungen übertroffen hat. Mit den anderen Freiwilligen habe ich viel unternommen. In nur einer Woche gab es genug Zeit sowohl zum lachen, als auch zum weinen. Wir haben unsere ganz unterschiedlichen Erfahrungen geteilt und haben voneinander gelernt. Die Leiter haben uns nützliche Tipps gegeben, z.B. wie man Winter in Deutschland überlebt, wie man Probleme während des Freiwilligendiensts löst, wie man diese Erfahrung in Zukunft ausnutzen kann und wie der emotionale oder psychologische Prozess ist, den man erlebt, wenn man in einer fremden Umgebung weit weg von Zuhause. 

Wie am Anfang gesagt, es war ein Monat voller Emotionen und ich denke, es ist angebracht zu sagen, dass es schwierig war, mit meinen Gefühlen umzugehen. Heimweh hat eine große Rolle in meinen letzten Wochen gespielt. Aber ich finde es ganz natürlich, alles was vorher neu und spannend war, wird langsam Routine. Was nicht heißt, dass es nicht mehr interessant ist, sondern die Routine lässt mir mehr Platz nachzudenken und zu reflektieren. Außerdem bleibe ich positiv, weil ich weiß, dass ich an meinen Erfahrungen viel wachsen werde. 
EFD1
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